Rot-Weiß hadert nach spätem K.o.

Mit der Empfehlung von fünf Siegen aus fünf Partien war der 1. FC Saarbrücken am Dienstagabend zum Regionalliga-Nachholspiel nach Koblenz gekommen. Ein Saarbrücker Auswärtssieg nur Formsache bei Aufsteiger Rot-Weiß Koblenz? Das Ergebnis nur eine Frage der Höhe? Beides ein Fall von Denkste. Der haushohe Favorit kam ins Straucheln, aber zwei späte Tore retteten der Mannschaft von Ex-Bundesligaprofi Dirk Lottner dann doch den zwar erwarteten, aber eher glücklichen Sieg. Rot-Weiß begegnete seinem Gegner vor 1182 Zuschauern sehr lange auf Augenhöhe, konnte sich dafür am Ende aber einmal mehr nichts kaufen. Nachdem Fanol Perdedaj (12.) für Saarbrücken und Marcus Fritsch (13.) sowie Jordi Arndt (16.) auf Seiten der Einheimischen die ersten Möglichkeiten des Abends vergeben hatten, zielte Mergim Fejzullahu von der rechten Seite ganz genau und traf mit einem platzierten Flachschuss in die lange Ecke zum 0:1. Die Begegnung schien vom Zwischenergebnis her ihren erwarteten Verlauf zu nehmen. Aber nachlässig agierende Saarbrücker und ihre Chance witternde Koblenzer trugen beiderseits ihren Teil dazu bei, dass der Regionalliga-Neuling im zweiten Abschnitt noch einmal besser zur Geltung und in der 64. Minute zum Ausgleich kam. Christoph Schorch, früher bei Real Madrid unter Vertrag, passte schlampig zurück zu Schlussmann Daniel Batz, Hendrik Hillen fing die Kugel ab und schob sie zum Ausgleich in die Maschen ein, nachdem er Batz hatte aussteigen lassen. Der Tabellenführter wirkte angeschlagen, Rot-Weiß wollte mehr und setzte nach. Jordi Arndts Kopfball in Minute 70 stellte kein Problem für Batz dar. Die Lottner-Elf verfiel in eine große Passivität und Ungenauigkeiten und schien sich ihrer Angelegenheit möglicherweise auch zu sicher zu sein. Den ersten gefährlichen Abschluss des zweiten Durchgangs gab sie erst in der 78. Minute durch Gillian Jurchers Kopfball ab, zwei Minuten später schoss der FCS-Angreifer zu hoch. Dann diese aus Koblenzer Sicht verflixte 83. Minute. Torschütze Hillen brachte im eigenen Strafraum Mario Müller zu Fall, Schiedsrichter Justus Zorn zeigte auf den Punkt, der Koblenzer Keeper Hrvoje Vincek wehrte den ersten Ball ab, hatte beim Nachschuss von Joker Sebastian Jacob aber keine Chance (83.). Der Favorit hatte sich mit viel Mühe die Führung zurückergattert. Der Rest erinnerte ein wenig an das Rot-Weiß-Heimspiel gegen Walldorf. Nur drei Minuten später lag der Ball wieder im Netz der Oberwerther. Sebastian Jacob vollendete nach Jurcher-Vorarbeit mit seinem sechsten Saisontor auf 1:3.

Aufstellung: Vincek – Masala, Baltic, Kraemer, Meinert – Fritsch (84. Ahlbach) – Hillen, Weidenbach, Miles (84. König), Stojanovic (71. Hannappel) – Arndt.
Zuschauer: 1182
Tore: 0:1 Mergim Fejzullahu (29.), 1:1 Hendrik Hillen (64.), 1:2, 1:3 beide Sebastian Jacob (83., 86.).